Weitlings Sommerfrische

von Sten Nadolny 

Der bekannte Autor Sten Nadolny (Entdeckung der Langsamkeit) hat einen Teil seiner Kindheit im elterlichen Haus nahe Chieming verbracht und erlebte in dieser Zeit die ersten Segelabenteuer auf einer Chimeseeplätte. Später war er selbst Besitzer einer Plätte und wurde möglicherweise dadurch inspiriert dieses Boot in die Handlung seines Buches „Weitlings Sommerfrische“ einzuflechten.

„…jetzt tauchte im Norden hinter der Landzunge die Seebrucker Kirche auf, Weitling rechnete die bisherige Geschwindigkeit aus und schätzte, dass er in höchstens dreißig Minuten auf der Fraueninsel sein würde. Die Chieminger Bucht lag nun weit ausgebreitet, einzelne Bäume flammten in Rot und Gelb. Er drehte sich um und sah nach vorn, Das war auch angebracht – bei achterlichem Wind sollte man das Segel im Auge behalten. Die Plätte liebte den Kurs, das Schwert brummte behaglich. Er zog es trotzdem hoch – vor dem Wind war er ohne Schwert noch eine Spur schneller. Das Wasser rauschte und flüsterte an der Bordwand entlang, Weitling lehnte sich zurück, hörte zu und war zufrieden. Der Chiemsee, dachte er, ist in meinem Leben immer das Eigentliche gewesen, und er ist es geblieben…“

  • Sten Nadolnys Buch „Weitlings Sommerfrische“ erschien im Piper Verlag, München: ISBN 978-3-492-05450-8
  • Veröffentlichung des Textauszuges mit freundlicher Genehmigung des Verlags.
  • Hier können Sie das Buch käuflich erwerben. 

 

Ludwig Thoma

über die Fraueninsel 

 

„…ein Ufer, wo Frieden und Feierabend sich tiefer ins Herz senken als irgendwo in der Welt…“, schrieb der berühmte Ludwig Thoma. und weiter: “ wenn ich die Augen schließe und – sei es wo immer – Wasser an Schiffsplanken plätschern höre, erwacht in mir die Erinnerung an die Jugendzeit, an Stunden, die ich im Kahn (einer Plätte!) verträumte, den See rundum und den Himmel über mir…“